Couponing – das andere Rabattsystem

Couponing im Alltag

Coupon oder Couponing das aktuelle Sparsystem?

Ist Deutschland im Coupon-Rausch? Rausch kann man es kaum nennen. Ja, es gibt mehr und mehr Coupon-Angebote. Begeisterte Couponsammler sind die Deutschen bislang nicht geworden, obwohl die Coupons fast jeder Zeitung beiliegen. Hier erfahren Sie mehr darüber: Couponing
Sammelpunkte sind beliebter.

Dabei lässt sich doch mit Coupons so viel sparen, oder?

Wie ist das Couponing entstanden?

Gehen wir doch einmal in die Heimat des Couponing: den USA, dort wird dieses System erfolgreich angewendet.

Coupons sind dort bereits lange gängig. So gängig, dass sich darum mittlerweile eine Industrie gebildet hat. Wie wir in Deutschland Schnäppchenseiten haben, gibt es in den USA spezielle Couponing-Seiten.

Die Betreiber sammeln für ihre Nutzer Gutschein-Angebote, wie wir sie auch vom Schnäppchenfuchs oder auch anderen Couponseiten kennen. Dazu gibt es Ratgeber, sie schreiben Bücher und verdienen sehr gut mit diesen Tipps.

Macht dieses auch bei uns Sinn?

Coupons – Wie lässt sich damit sparen?

Coupons sind Wertgutscheine. Wer sie an der Kasse einsetzt, kann den Kaufbetrag reduzieren.
Der Wert ist auf die Coupons aufgedruckt. Der Preis kann um einen bestimmten Betrag, zum Beispiel 50 Cent, oder prozentual reduziert werden. Auch 2-für 1-Coupons gibt es.  Hört sich doch ganz gut an oder?

Noch besser wird es, wenn ein Coupon-Produkt gerade im Angebot ist. Dann wird das Produkt noch günstiger, allerdings kauft man die doppelte Menge. Gegenüber dem regulären Preis ist das eine große Ersparnis.

Das ist jedoch nicht  immer ganz so einfach. Häufig wird der Einsatz von Coupons bei zusätzlichen Aktionen ausgeschlossen. Es gilt also:
Aktionspreis oder Coupon. Das macht die Entscheidung und Verwendung der Gutscheine komplizierter. Das sollten Sie bereits zu Hause vorbereiten.

Wie funktioniert das Couponing in den USA, dem Heimatland?

In den USA ist der Einsatz von Coupons nicht wirklich einfacher. Die Möglichkeiten sind jedoch deutlich größer.
Coupons lassen sich in der Regel mit Aktionen kombinieren.
Auch kann oft ein Gutschein mit einem anderen kombiniert werden. Damit sind dann ganz gewaltige Rabatte möglich, wenn man optimal kombiniert und sich den richtigen Supermarkt aussucht.

Hier ein Beispiel:  Der Originalpreis des Produktes beträgt 1,49 Dollar. Während einer Aktion sind die Nudeln reduziert auf 99 Cent.
Damit sind wir wieder bei 49 Cent. Amerikanische Supermärkte geben oft zusätzliche Coupons heraus, zum Beispiel für eine Warengruppe oder den gesamten Einkauf.

Damit sinkt der Preis sogar noch weiter. Läuft dann gerade eine Aktion, bei der die Coupons verdoppelt oder gar verdreifacht werden, nimmt man die Nudeln im Endeffekt gratis mit nach Hause.

Couponing in Deutschland

Wer möglichst viel aus Coupons herausholen möchte, der braucht Zeit und vor allem eine Struktur (und natürlich viel Geduld an der Kasse oder sollte ich sagen Gelassenheit).

Ohne Organisation funktioniert Couponing nicht. Das beginnt bei der Frage, wo die Masse an Coupons herkommt.
Es braucht kistenweise Coupons. Mehrere Zeitungsabos abschließen, ist einer der Tipps. So kommen Gutscheinbögen direkt nach Hause.
Ansonsten können Freunde, Nachbarn und Verwandte aushelfen, zumindest solange diese nicht dem Extreme Couponing verfallen sind.

Jetzt darf man den Überblick nicht verlieren.

– Wo gilt welcher Coupon?
– Wann gibt es Sonderaktionen in welchem Supermarkt?
– Wie sind die Coupon-Bedingungen?
– Auch das Ablaufdatum muss im Blick behalten werden.

Viele Ratgeber geben dazu den Tipp, die Coupons immer bei sich zu haben. Wer will schon überraschende Sonderangebote verpassen, wenn man bereits solchen Aufwand betreibt.

Der Einkauf wird dann auch zur Planungsaufgabe. Ohne detaillierte und genau berechnete Einkaufsliste geht gar nichts.
Instinktkäufe funktionieren nicht, wenn man das Letzte aus Coupons herausholt.
Angebotsprodukte, dazu die passenden Rabattgutscheine, Markt-Coupons und dann noch entsprechende Verdoppel- oder Verdreifachungen.

Ob der Plan aufgegangen ist, sieht man erst an der Kasse. Wenn der Einkauf aufgrund eines Coupon-Limits aufgeteilt werden muss, dann steigt der Puls.

Wer mit mehreren Einkaufswagen an die Supermarktkasse kommt, für hunderte Euros einkauft, die Kasse rund eine Stunde blockiert und dann trotz eines meterlangen Kassenbons nicht einmal den Preis eines Kinobesuchs bezahlt, der kann sich der Aufmerksamkeit sicher sein.

Couponing in der Praxis

Wie gut klappt Couponing wirklich in Deutschland?

Hier das Beispiel von Sparfuchs:

Das haben wir getestet, mit allem, was wir an Wertgutscheinen klar machen konnten. Dafür haben wir uns die Handelskette mit den meisten Coupons ausgesucht.
Die ausgedruckten Gutscheine wurden sortiert und wir haben auch eine Einkaufsliste für die bessere Übersichtlichkeit geschrieben. So wie es eben sein muss.

Vor Ort ging es erst einmal zum Infoschalter. Das ist immer ein guter Tipp. So läuft an der Kasse alles problemlos. „Jetzt gibt es schon eine Coupon-Seite im Internet?“, fragte die Mitarbeiterin ganz erstaunt. Mit dem Stapel geprüfter Coupons ging es dann ans Einkaufen. Joghurt, Softdrinks, Pesto, Toilettenreiniger und Pralinen landeten im Wagen. Die Liste konnten wir komplett abarbeiten. Alle Produkte waren vorhanden.

Dann ab zur Kasse. 13 Produkte wanderten auf das Band. Das ist weit entfernt von amerikanischen Extreme Couponing-Einkäufen. Bei uns ist eben alles etwas kleiner. Nachdem die Kassiererin alle Artikel über den Scanner gezogen hatte, bekam sie den Coupon-Stapel. Doch bevor die Gutscheine eingescannt wurden, mussten Coupons und Einkauf verglichen werden. Wurde für jeden Coupon auch das Produkt gekauft? Das sind sicher die Momente, in denen man über eine kurze Warteschlange hinter einem froh ist.

Auch dank der Prüfung vor dem Einkauf hat alles problemlos funktioniert. Gute Planung ist eben alles beim Extreme Couponing. Wie extrem war denn nun der Einkauf? Ohne Coupons haben die 13 Artikel 25,12 Euro gekostet. Nach Abzug der Coupons betrug der zu zahlende Betrag 19,92 Euro. Gespart haben wir bei dem Einkauf somit 5,20 Euro. Das sind immerhin knapp 21 Prozent. Das ist sicher nicht extrem, doch eindeutig eine Ersparnis, die spürbar ist. Für Schnäppchenfans daher auf jeden Fall eine Empfehlung.

Ergebnis:

Couponing ist wirklich ein gutes Instrument, um deutliche Ersparnisse beim Einkauf zu erzielen.
Es setzt jedoch, wie so vieles, eine exakte Planung und Organisation voraus.
Wichtig ist es natürlich auch sein Einkaufsverhalten zu analysieren und somit das meiste an Ersparnissen heraus zu holen. Hier gilt auch, wie bei den anderen Systemen, Impulskäufe von wieder kehrenden Käufen zu trennen und geduldig zu warten. Lohnen tut es sich auf jeden Fall.